Südamerika mit Containerschiff 2012

24. April 2012 um 11:05

Rio de Janeiro vom 28.02 bis 16.04.2012

Ich hatte mir lange überlegt, wie ich dem kalten deutschen Winter begegnen könnte und buchte im Herbst erst mal eine Woche Mallorca. Es war kalt und unfreundlich, da verzog ich mich im Januar für acht Tage nach Dubai. Es war wunderschön und ich genoss die Sonne und die Wärme.
Doch nach meiner Rückkehr war es wie erwartet kalt. Saumässig kalt, wie wir Schwaben sagen.
Schon schwirrten mir wieder Reisepläne durch den Kopf. Also Südhalbkugel, aber wohin?
Ich entschied mich für Südamerika, natürlich per Schiff. Also buchte ich bei „Hamburg Süd“ eine Reise von 49 Tagen dauernde Fahrt ab Hamburg bis Buenos Aires und zurück. Auf einem Containerschiff vom 286 Meter Länge und 40 Meter Breite mit dem stolzen Namen „Rio de Janeiro.“
Los gehen sollte die Reise am 28. Februar, Florian buchte mir in Hamburg ein Super Hotel. Eine Woche zuvor erfuhr ich, dass „Rio de Janeiro“ seine Reiseroute geändert hatte und nicht mehr nach Hamburg zurückkehren würde. In Itapoa sei ein Schiffswechsel vor zu nehmen und zwar auf die „Santa Clara.“ Ich war erst sauer, akzeptierte dann aber den Schiffswechsel, was im Nachhinein ein Fehler war.
Angereist bin ich mit der Bundesbahn, es war recht angenehm, bis auf das Umsteigen in Stuttgart, was eine wüste Schlepperei bedeutete. Stuttgart 21 ist wirklich dringendst vonnöten. Das Hotel „Louis C. Jakob“ war wirklich vom allerfeinsten, die gepfefferte Rechnung am anderen Tag liess mich leicht in die Knie gehen. Florian und ich hatten allerdings am Abend ganz schön zugeschlagen, es war ein würdiger Beginn einer schönen Reise. Sollte es wenigstens sein.
Am Morgen holte mich der Taxifahrer im Hotel ab, es war kalt und unfreundlich, der Verkehr hektisch, doch bald ging nichts mehr. Im Container Terminal Burchartkai war die Computeranlage ausgefallen, die LKW konnten weder rein noch raus. Stehender Verkehr. Der Taxifahrer versuchte alle möglichen Schleichwege, nichts klappte. Wir brauchten für die normale Strecke von 20 Minuten das zehnfache, was mich schlussendlich 50 Euro kostete. Ab dem Gate fuhr ich mit anderen Seeleuten zum Schiff, ein freundlicher Typ hatte Erbarmen mit einem alten Mann und schleppte meinen schweren Koffer die Gangway hoch. Im Ladebüro wurde eingecheckt, ich durfte meine Pass abgeben, dann fuhr ich samt Koffer und drittem Offizier acht Stockwerke mit dem Lift zum Flur F, wo ich zufrieden registrierte, dass die Eigner Kabine eine kleine Wohnung war. Angenehm war vor allem, dass der Wohn- und Schlafbereich getrennt waren.
Erst duschte ich gründlich, dann folgte das Einräumen der Schränke und Vitrinen. Später erhielt ich vom dritten Offizier eine Sicherheits- Einweisung, somit wusste ich was bei den verschiedenen Tonsignalen zu tun war.
Zum Abendessen lernte ich einen Teil der Schiffsführung kennen. Links von mir saß am runden Tisch der deutsche Kapitän Jan Schmidt, ein äusserst unfreundlicher Mensch mit grauem Vollbart und einer unglaublichen Körperfülle. Mir gegenüber saß der ebenfalls deutsche Chief, wie der Chefingenieur auf Schiffen genannt wird, ein recht wortkarger und ebenfalls unfreundlicher, glattrasierter Typ von geschätzten 60 Jahren.
Rechts von mir der 2. Ingenieur, ein netter, ca. 40 Jahre alter bärtiger Deutscher. Überraschenderweise verkündet mir der Kapitän, Herr Schmidt:
„Zugang zur Brücke erst auf See.“ Am anderen Morgen war ich gegen 10:00 Uhr kurz auf der Brücke, da wurde vom Kapitän kurz angepfiffen:
„Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie können erst auf See auf die Brücke, der Lotse ist noch an
Bord“, worauf ich wieder verschwand.
Am folgenden Tag erreichten wir Antwerpen, es war noch immer pottendichter Nebel. Beim Versuch, eine Runde ums Schiff zu drehen, um mir die Beine zu vertreten, scheiterte am Veto des Dritten, der mir erklärte, während der Ladearbeiten müsse zwingend ein Helm getragen werden und den hatte ich nicht. Ich setzte mich aufs Trimmrad im Gymnastikraum und strampelte zehn Minuten. Nachdem in Le Havre gestreikt wurde, blieben wir einen Tag länger in Antwerpen.
Nachmittags gegen16:00 Uhr ging ich kurz auf die Brücke und erntete wieder einen Anschiss vom Kapitän: „Wir haben noch immer Nebelfahrt (Sichtweite ca. 3 sm. Sonne scheint) ich sage Ihnen Bescheid, wenn Sie auf die Brücke dürfen, bei Costa Concordia waren mindestens 10 Passagiere auf der Brücke.“
Dies war nun wirklich eine äusserst magere Begründung für seine Entscheidung-
Langsam begann die Reise unlustig zu werden.
Was sollte ich machen, Captains word is law. Etwas ähnliches stand ja auch in den Beförderungsbedingungen der Reederei. Unter §4 dieses Vertragsinhaltes heisst es, dass der Beförderer einen Passagier ausschliessen oder ihn im nächsten Hafen ausschiffen kann, wenn er ein Risiko für die Passagiere, die Mannschaft oder das Schiff darstellt.
Eine Übung zum Verlassen des Schiffes (Abandoning Alarm) stellte eine willkommene Abwechslung im Schiffsalltag dar. Inzwischen liess ich das Mittagessen ausfallen und verzichtete auch am Morgen auf Eier mit Speck.
Der Kapitän hatte mir einen E-Mail Account eingerichtet, so war ich nicht ganz von der Aussenwelt abgeschnitten. Nach Verlassen des englischen Kanals hatte ich dann endlich auch Zugang zur Brücke. Die Seereise hatte begonnen.
Trotz der Schaukelei hatte ich immer bestens geschlafen.
Ich hatte mich gut mit Getränken eingedeckt, mir Lesestoff und Video DVD ´s besorgt.
Südlich der Azoren wurde das Wetter immer besser und hin und wieder stand auch ein kurzes Sonnenbad auf dem Tagesplan.
Der Besuch der Krankenstation war für mich besonders interessant. Stolz zeigte mir der zweite Offizier, der auf allen Handelsschiffen für die Gesundheit zuständig ist, sein Reich. Eine kardanisch aufgehängte Liege für Seekranke war mir neu. Der zweite meinte stolz, sie könnten hier auch eine Blinddarm Operation durchführen, doch da meldete ich meine Zweifel an, was er nicht verstehen wollte. Ob er schon einmal bei einer solchen Operation dabei gewesen sei, fragte ich ihn, was er verneinte.
„Wir haben aber einen genaue Beschreibung an Bord“, meinte er; da war ich froh, dass mein eigener Blinddarm schon mit 16 Jahren entfernt worden war.
Am Sonntag gab es ein Barbeque, Fleisch vom Grill und Freibier, nach zwei Stunden war die Party vorbei und weil ich noch nicht müde war, trank ich am Abend in meiner guten Stube noch eine Flasche französischen Rotwein. In dieser Nacht habe ich ausgesprochen schlecht geschlafen, was ich auf das genossenen Fleisch zurück führte. Der Chief meinte am anderen Morgen, der Vollmond sei wohl schuld gewesen. Dreimal wurde die Uhr schon um eine Stunde zurück gestellt.
Für technische Fragen wendete ich mich meist an den 1. Offizier, auch Chiefmate genannt. Ausführlich und geduldig erklärte er mir alles, ob dies nun Auskünfte über Großkreisnavigation waren, oder die neuen Inmarsat Technologie, er machte nie einen überforderten Eindruck.
Zum Frühstück hatte ich mir vom Steward immer Joghurt bringen lassen, der Kapitän erklärte, so würden die Vorräte nicht ausreichen, Joghurt gebe es für alle nur einmal die Woche.
Mein Schiffswechsel war nun klar, am 26. März würde ich die „Rio de Janeiro“ verlassen und auf die „Santa Clara“ umsteigen.
Eine Übung zum Verhalten der Besatzung bei Notfällen war für mich freiwillig, die wollte ich mir jedoch nicht entgehen lassen. In die Mannschaftsmesse waren die Notfalltrage, der Stretcher und der Notfall Rucksack gebracht worden. Der 2. Offizier hielt sein Referat. Er sprach für meinen Geschmack viel zu leise, was auf gewisse Unsicherheit hinwies.
Alles war sehr allgemein gehalten, im Ernstfall hätte der Patient reichlich alt ausgesehen. Es wurden keine Verbände angelegt, eine Schlagader Blutung wurde nicht einmal besprochen. Zwar wurde über Notfall Beatmung gesprochen und ein Beatmungsbeutel herum gereicht, die Bedienung desselben wurde verschwiegen.
Das Wichtigste an der ganzen Geschichte war die Unterschrift aller Beteiligten, dass die Übung besucht worden war.
Die Ankunft in Santos war am 16. Mai um 04:00 Uhr angesetzt. Eine lange Warterei war angesagt. Der Kapitän hatte schon am Abend zuvor verlauten lassen, dass die Brasilianer in Santos keine Uhrzeiten kennen. In der Bucht vor Santos lagen zahlreiche Schiffe vor Anker oder auf Drift und warteten auf ihre Abfertigung.
Um 09:30 Uhr ging es weiter, um 10:30 Uhr kam der Lotse an Bord und um 11:30 Uhr hatten wir am Containerterminal in Santos festgemacht. Der Himmel war bedeckt, es war schwül heiß, und an der riesigen Temperatur Anzeige an der Hafeneinfahrt konnte man 23° Celsius ablesen.
Zwar hatte der Kapitän für mich einen Landgang Ausweis bereit gelegt, aufgrund der Wetterverhältnisse hatte ich keine Lust, das Schiff zu verlassen. Die Entladearbeiten dauerten nahezu die ganze Nacht, um 05:00 Uhr legten wir ab. Kaum hatten wir die Küste verlassen, war der Himmel wieder strahlend blau, am Horizont war wieder eine strahlend Kimm zu erkennen.
Weiter ging es südwärts Richtung Buenos Aires.
Mit dem Ersten Offizier führte ich ein langes Gespräch über die faszinierende Container Technologie, über den Aufbau und die Technik des Beladens und Entladens eines modernen Schiffes. Die „Rio de Janeiro“ hatte keine Kräne mehr an Bord, aufgrund des enormen Tiefganges konnte dieses Schiff auch keine kleinen Häfen mehr anlaufen. Bevorzugt wird in den 42 Fuß Kühlcontainern Obst, Fische und Fleisch transportiert. Was ich nicht wusste ist, dass das eben angefrorene Rindfleisch am hochwertigsten ist.
Am 19. März sollte der Lotse um 05:Uhr an Bord kommen, um 08:00 Uhr fiel der Anker, wir waren bis dato auf Drift. Kein Lotse, da angeblich der Kanal nach Buenos Aires gesperrt war. Keiner wusste was und wer was wusste, sagte nichts.
Nachdem ja die „Rio de Janeiro“ nicht mehr zurück nach Europa fährt, sondern Asien anlaufen wird, um dann ins Mittelmeer zu gehen, muss natürlich der Suez Kanal durchquert werden und damit das somalische Piratengebiet passiert werden. Letzte Woche war zu lesen, dass unter deutscher Flagge fahrende Schiffe keine Sicherheitskräfte an Bord nehmen dürfen und dass aus diesem Grund die Reederei Hamburg Süd bereits zwei Schiffe ausgeflaggt hatte.
Nunmehr sollen auch die „Rio de Janeiro“ Sicherheitskräfte für das kritische Gebiet bekommen, was natürlich Thema eins auf dem Schiff war.
Gegen 11:00 Uhr gingen wir ankerauf, um nun endlich in die Mündung des Rio de la Plata einzufahren. Die Sperrung des Kanals war offenbar durch einen Chemietanker verursacht worden dem in der Engstelle nicht begegnet werden durfte.
Gegen 22:00 Uhr war wieder alles zu Ende, das Schiff lag wieder vier Stunden vor Anker, um 05:00 Uhr hatten wir dann glücklicherweise doch noch Buenos Aires erreicht.
Um 06:00 Uhr läutete mein Telefon, der Erste Offizier fragte nach meinem Impfpass, den ich logischerweise nicht mit mir führte, da ich die Bestätigung meiner Gelb Fieber Impfung vorschriftsmässig zusammen mit der Buchung nach Hamburg geschickt hatte.
Nach dem Frühstück nahm ich die Gelegenheit wahr, den Maschinenraum zu besichtigen und zu fotografieren. Von wegen Maschinen Raum, die gesamte Antriebseinheit mit allen Aggregaten beanspruchte volle vier Stockwerke. Obwohl die Hauptmaschine nicht lief, war ein Höllenlärm und ich bereute sehr, dass ich mir im Ladebüro keinen Gehörschutz mitgenommen hatte.
Die Begehung war sehr eindrucksvoll, die extrem steilen Eisentreppen, bedeckt mit einem dünnen Ölfilm waren nicht ungefährlich. Nach einer guten Stunde war ich wieder oben und konnte die geschossenen Fotos in den Laptop laden.
Für einen Landgang war das Wetter nicht gerade einladend, der Himmel war Wolken verhangen und es sah ganz nach Regen aus. Trotzdem ließ ich mir einen Landgang Ausweis ausstellen, um schlussendlich doch an Bord zu bleiben. Der Erste hatte mir alles genau aufgeschrieben, der Liegeplatz des Schiffes EXOLGAN CONTAINER TERMINAL war im Stadtteil „La Boca“, es gibt offenbar Taxifahrer, die sich entweder weigern, diesen verrufenen Stadtteil anzufahren, oder einen horrenden Preis verlangen. Das erstere war dann der Grund dafür, dass ich auf den Landgang verzichtete.
Anderntags sollte um 08:00 Uhr abgelegt werden, beim Frühstück herrschte noch pottendichter Nebel und der Kapitän äusserte sich, bei derartigen Sichtverhältnissen würde er keineswegs auslaufen. Eine Stunde später schien die Sonne, doch nichts ging. Um 12:30 Uhr kam der Lotse an Bord, doch von den Hafenschleppern war weit und breit nichts zu sehen. Nach einer weiteren guten halben Stunde kamen die beiden Schlepper und zogen das Schiff vom Kai. Eine Stunde später hatte wir den Hafenbereich verlassen und den Kanal in der Rio de la Plata Mündung erreicht.
Am frühen Abend gingen wir nach Passieren des Kanals vor Anker. Beim Abendessen waren beide Lotsen anwesend, so konnte ich meine paar spanischen Brocken an den Mann bringen. Um 01:30 Uhr gingen wir ankerauf und erreichten am Morgen die Hafenanlage von Montevideo, es wehte ein starker ablandiger Wind.
Nachdem kurz die Sonne herauskam, schnappte ich mir die Kamera, um das Anlege Manöver zu fotografieren. Ich ging durchs Treppenhaus nach Deck D und fotografierte alles. Bedingt durch den starken Wind ging alles nur zentimeterweise, obwohl die Schlepper mit Vollast drückten und das Schiff zusätzlich Bug- und Heckpropeller eingesetzt hatten. Im Heck wurde vergeblich versucht, mit Wurfleinen eine Landverbindung her zu stellen, der starke Wind vereitelte alle Bemühungen.
Langsam wurde es kalt. Ich wollte wieder zurück ins Schiffsinnere, doch die Türe, durch die ich nach aussen gelangt war, hatte jemand von innen verriegelt.
Bis zum B Deck hatte ich alle Türen ausprobiert, alles war verriegelt. Weiter nach unten ging nicht, die Aussentreppe war durch ein Gitter verriegelt.
Also musste ich wieder nach oben. Auf der Plattform des F Decks konnte ich am Außensteuerstand den Ersten, den Lotsen und den Kapitän erkennen, alle ein Stockwerk höher auf dem Navigation Deck. Zwar hatte mich der Erste gesehen, doch mein Handzeichen: Alles verriegelt, hatte er nicht verstanden.
Ich hatte nur Jeans und Sweatshirt an und fror entsprechend. Ich wartete weitere gut zehn Minuten, doch niemand beachtete mich.
Da entschloss ich mich, über die Aussentreppe zum Navigationsdeck hoch zu steigen und durch das Steuerhaus zum Treppenhaus zu gelangen. Der Kapitän hatte mich bemerkt und mir einen bitterbösen Blick zu geworfen, das war mir aber schnurz egal, ich hatte mein Ziel erreicht und war wieder im windgeschützten Bereich. Wenig später stand ich unter der heissen Dusche, um mich auf zu wärmen.
Am Nachmittag war Landgang, nachdem die Ausweise ausgestellt waren, zogen wir zu viert los. Der erste Ansteuerungspunkt war die Markthalle, wo es nach Aussage verschiedener Besatzungsmitglieder ein phantastisches Steak zum unschlagbaren Preis geben sollte. Beides war leicht übertrieben, das Fleisch war annehmbar, der Preis gerade noch akzeptabel.
Nachdem ich vollmundig die übrigen drei zum Essen eingeladen hatte, waren meine eingewechselten Pesos aus hundert Euro weg. Anschliessend begann eine endlose Latscherei durch die sehenswerte Altstadt. Mit taten die Beine derart weh, dass ich kaum mehr gehen konnte. Die Gangway über die 25 Meter hohe Bordwand gaben mir dann den Rest. Ich wankte in meine Kabine und legte mich sofort ins Bett.
Sage und schreibe fünfzehn Stunden später erwachte ich und hatte das Frühstück um eine glatte Stunde verschlafen. Die Beine schmerzten immer noch, es war einfach zuviel am Tag zuvor für einen alten Mann gewesen.
Beim Abendessen überraschte mich der Kapitän mit der Bemerkung: „Mit Ihnen gibt es wohl schwere Probleme, Sie haben Ihren Impfpass ja nicht dabei.“
Nun steht in der Reisebestätigung vom 12. Dezember 2011 unter den verlangten Unterlagen:
-Nachweis Geldfieberimpfung (Kopie des Eintrags in Ihrem Impfbuch)-
Das hatte ich zusammen mit der Kopie meiner Reiseversicherungspolice und der Kopie des Reisepasses zusammen mit der Anmeldung nach Hamburg geschickt.
Auch unter „Wichtige Informationen Für Frachtschiffsreisende“ steht lediglich:
Alle Reisenden, die als Passagier auf einem Frachtschiff den Suezkanal und/oder den Panamakanal durchfahren, müssen eine gültige Impfung gegen Gelbfieber nachweisen.
Nun sollte ich eventuell nachgeimpft werden, fall die Behörden dies verlangen würden, was ich erst einmal ablehnte.
Mein Einwand, notfalls könne ich ja das Schiff verlassen und nach Deutschland zurück fliegen, konterte der Kapitän mit:
“Sie haben das nicht richtig verstanden, wenn die Behörden auf die Vorlage des Impfpasses bestehen, darf das Schiff in Brasilien gar nicht festmachen und muss zurück nach Uruguay oder Argentinien.“
Nach weiterem Hin und Her und der Frage, ob ich mir den Ausweis nicht per DHL schicken lassen könne, verabschiedete ich mich und ging in meine Kabine.
Um 04:00 Uhr erwachte ich, weil die Vibrationen des Schiffes geringer geworden waren, wir hatten die Hafenanlage von Rio Grande erreicht. Ich schaltete mein iPhone ein und wartete auf die Netzverbindung, dann ging ich ins Internet um den Suchbegriff Brasilien Gelbfieber Impfung auf zu rufen. Beim Deutschen Auswärtigen Amt wurde ich fündig und realisierte, dass für Brasilien keine Geldfieberimpfung vorgeschrieben war.
Ich schlüpfte in meine Kleider und fuhr mit dem Fahrstuhl sieben Stockwerke tiefer ins Ladebüro.
Hier fand ich den Ersten Offizier, dem ich den Text zeigte. Der fuhr mich ziemlich unwirsch an, was das Auswärtige Amt da schreibe, würde die örtlichen Behörden nicht interessieren, sollte ein Impfpass verlangt werden, müsse der vorgelegt werden. Ausserdem gehe das ihn überhaupt nichts an, ich solle mich an den Kapitän wenden, der sei ab 07:00 Uhr zu sprechen.
Ich ging zurück in meine Kabine, ging wieder ins Internet und notierte mir die Telefonnummer des Auswärtigen Amtes und suchte gleichzeitig nach der Rufnummer der Deutschen Botschaft in Brasilia, nach dem Motto, sicher ist sicher.
Der Kapitän erschien um 08:00 Uhr zum Frühstück, sagte aber keinen Ton. Auch im Ladebüro, wo ich meine E-Mails checkte, äusserte sich der Erste nicht, demnach war bisher nichts aufregendes geschehen. So ging ich wieder zurück in meine Kabine, um die jüngsten Ereignisse in den Laptop zu packen.
Und nachdem ich meinen Papierkram immer wieder studieren musste, las ich in den
„Wichtigen Informationen Für Frachtschiffsreisende“ folgenden idiotischen Satz:
Wir empfehlen die Mitnahme eines kleinen Weltempfängers. Sinnvoll ist auch die Mitnahme einer Wurfantenne, die Sie aus dem geöffneten Fenster heraushängen lassen können.
Zum Weltempfänger: Nachdem die Deutsche Welle nicht mehr sendet, kann man diesen Tip vergessen, geradezu verblödet ist die Aussage über die Wurfantenne.
Auf Anfrage wurde mir gesagt, die Fenster seien verklebt, da sonst die Klimaanlage keine Wirkung hätte und zu viel Energie verbraucht würde.
Beim Mittagessen waren die einzigen Worte des Kapitäns: Dreizehn Uhr ablegen, sieben Uhr morgen Itapoa. Demnach war ich also wieder problemlos in Brasilien eingereist. Rasch war der Koffer gepackt, ich war heilfroh, am kommenden Tag auf die „Santa Clara“ umsteigen zu können.
Doch da hatte ich mich um 24 Stunden vergabelt, der Ankunftstermin war klar der 26. März.
Am anderen Morgen hatten wir dann Itapoa erreicht, ich war früh auf den Beinen und erwartete eine E-Mail von Hamburg Süd, um nähere Details für den Umstieg zu erfahren. Fehlanzeige.
Nach dem Frühstück erhielt ich einen Telefonanruf des Kapitäns, der mir den Termin für den Umzug mit 17:00 Uhr nannte. Ich ging wieder ins Ladebüro, in der Erwartung, etwas Schriftliches zu erhalten: wieder nichts. Lediglich Kapitän Schmidt sagte mir, ich solle meinen Koffer ab 16:00 Uhr bereitstellen, er werde dann abgeholt.
„Sie werden vom Agenten zum Tor gebracht, dann weiter zur Fähre auf die andere Seite in Ihr Hotel.“ Also stimmte die letzte Information von Hamburg Süd auch nicht, dass beide Schiffe am selben Terminal liegen würden.
Zwar hatte ich die schriftliche Bestätigung, dass die Kosten des Transits und die Übernachtungen die Reederei tragen würde, doch die Hotelrechnung wollte ich nicht selbst bezahlen. Ich schrieb daher eine E-Mail an Hamburg Süd und verlangte eine Stellungnahme noch vor meinem Umzug um 17:00 Uhr. Resultat: Schweigen. Also zahlte ich auch die Kosten für die Übernachtung. Zurück in Deutschland würde ich dann alles von Hamburg Süd zurück fordern.
Pünktlich kam der Agent, holte mich ab und brachte mich zum Gate, wo ich zwecks Einreise nach Brasilien genau kontrolliert wurde. Auch den grossen Koffer musste ich öffnen, dann durfte ich passieren. Ein reichlich vergammeltes, kleines Motorboot brachte mich zur Ilha Sao Francisco do Sul in Guaratuba.
Im Hotel Villa Real checkte ich für die nächsten drei Nächte ein.
Ein mittelprächtiges Abendessen mit zähem Fleisch, geschmacklosem Reis und ebenso faden Pommes Frites war das „Eröffnungsdinner.“
Zeitig verzog ich mich ins Bett und hatte zum ersten Mal seit einem knappen Monat nicht die Geräusche der Maschine und Generatoren im Ohr.
Ein reichhaltiges Frühstück brachte mich auf die Beine, der Himmel war bedeckt, draussen war es schwülheiss und meine Frage beim Empfang nach dem Moskitorisiko liess meinen Tatendrang nach Exkursionen im Freien rasch schrumpfen. Der Mann am Desk wiegte den Kopf, was alles bedeuten konnte. Für mich hieß das nun: ´Bleib innerhalb der gekühlten Räumlichkeiten.´
Der Tag tröpfelte dahin, ich gönnte mir einen ausgiebigen Mittagsschlaf, versuchte mich am Fernseher und war letztlich froh, über genügend Lesematerial zu verfügen.
Am Abend stieg ich um auf Fisch, der etwas besser schmeckte, als das zähe Fleisch und gönnte mir eine Flasche argentinischen Rosé. Früh lag ich im Bett und schlief relativ schlecht.
Vormittags war die Sonne heraus gekommen, so konnte ich einige Fotos der Hotelanlage machen, die auch schon bessere Tage gesehen hatte. Ich stand gerade an der Rezeption, da erhielt ich einen Telefonanruf des Agenten von Hamburg Süd, der mir ankündigte, anderntags würde die „Santa Clara“ einlaufen, ich würde am Nachmittag um halb sechs abgeholt werden. Das war immerhin schon was. Der Agent hatte noch meinen Pass, ich hatte zwar genügend Geld dabei, doch ich war schließlich in Südamerika und nicht in Europa. Ein freundlicher Taxifahrer hatte angeboten, mir die Insel zu zeigen, doch ich blieb meiner Entscheidung, die Hotelanlage nicht zu verlassen.
Ich schalt mich zwar innerlich einen Angsthasen, doch ich hatte die Informationen des Auswärtigen Amtes aus dem Internet im Hinterkopf, wo über Brasilien auf erhöhte Sicherheitsmassnahmen hingewiesen wird.
Ganz unrecht hatte ich mit meinen Befürchtungen nicht, am Zahlenschloss meines Koffers war manipuliert worden und meine Jeansjacke fehlte, was ich realisierte, als ich meinen Koffer packte. Die Jacke hatte ich vermutlich auf der Rio de Janeiro vergessen, kein grosser Verlust, sie war mehr als vergammelt. Meine Visa- und die American Express Karte hatte ich gesucht, wie eine Stecknadel, am darauffolgenden Tag fand ich sie dann im Auslands – Geldbeutel.
Beim Check out an der Rezeption wollte ich mit der Amazon – Visa Karte bezahlen, das System akzeptierte diese aber nicht und für die Master Karte der Deutschen Bank fehlte mir das Kennwort.
So bezahlte ich in EURO und war froh, dass ich in meinem Gürtel eine stattliche Geldreserve bei mir führte. Mein Transfer von der Insel zum Festland war am Abend zuvor auf 08:45 Uhr festgelegt
worden, so verblieb mir gerade die Zeit um alles in meinem Laptop zu verewigen.
Pünktlich war das Motorboot und auch die „Santa Clara“, mein neues Schiff legte gerade an.
Bei der Sicherheitskontrolle musste ich wieder den Koffer öffnen und auch der Inhalt meines Rucksacks wurde genau inspiziert. Als ich fotografieren wollte, wurde mir gesagt, dies sei am Terminal nicht erlaubt. An der Gangway war zwar das Absturznetz noch nicht montiert, trotzdem durfte ich an Bord gehen, die 52 Stufen brachten mich ganz schön zum schwitzen.
Tim, der 3. Offizier zeigte mir meine Kammer, echt schön, ich war zufrieden, endlich wieder auf einem Schiff zu sein. Der erste Eindruck war erst einmal recht positiv. Vom 2. Offizier erfuhr ich, dass wir am 30. März, also morgen ablegen würden, mir direktem Ziel Rotterdam.
Rasch war wieder alles verstaut und ich deckte mich auch gleich mit ausreichend Lesestoff ein.
In der Nacht hatte ich recht gut geschlafen und erfuhr beim Frühstück gleich, dass das mit dem ETD (estimated time of departure) doch nicht so klar war. Wir brauchten Ersatzteile von der „Rio de Janeiro“ und die durften aus zollrechtlichen Dingen nicht an Land übergeben werden. Die Aussentemperatur betrug angenehme 23° Grad, alle Fenster waren offen, denn die bordeigene Klimaanlage war in der Nacht ausgefallen. (Die Fenster auf diesem Schiff waren nicht verklebt).
Ein Landgang war nicht möglich, meinen Pass hatte noch Felipe, der Agent und einen Landgangausweis hatte ich auch nicht.
Gegen 18:00 Uhr legte dann das Schiff mit Schlepperhilfe ab, die Überfahrt hatte begonnen.
Am Morgen hatte ich dann die Gelegenheit, das Steuerhaus zu besichtigen. Tim, der 3. Offizier erklärte alles haarklein und es war beeindruckend welche Fortschritte in diesem, erst 1 1/2 Jahre alten Schiff in Sachen Elektronik verbaut worden waren. Bei einer Länge von 299,50 Meter und einer Breite von 42,92 Meter war die „Santa Clara“ mein bisher grösstes Schiff, gebaut bei Daewoo in Korea.
Um 13:00 Uhr war die vorgeschriebene Rettungs- Einweisung durch Tim, den 3. Offizier.
Sehr ausführlich und kompetent. Anschliessend wurde vom Kapitän mein E-Mail Account eingerichtet, ich war also wieder erreichbar und schickte gleich anschliessend meine Messages los.
Auch die in der Kanine bestellten Getränke waren in meine Kabine gebracht worden und ich war für die Reise nach Hamburg eingedeckt. Zwar war das Becks Bier etwas teurer, als auf der Rio de Janeiro,(0,47 EURO), doch 0,65 EURO für die 0,3 Literflasche war noch immer ein Super Preis.
Ich hatte das Gefühl, das Schiff hatte leichte Krängung nach Backbord.
O. K. Also hoch auf die Brücke und fragen. Der 2. Offizier, ein Pole, meinte, die pumpen gerade Schweröl von einem zum anderen Tank.
„Wir können das von hier ausgleichen,“ und zeigte mir auch gleich, wie das geht.
Auf einem separaten Bildschirm kontrollierte er die Trimmlage des Schiffes, öffnete, elektronisch drei Ventile und pumpte Ballastwasser in die Steuerbord Tanks. Schon war keinerlei Krängung mehr erkennbar. Phantastisch.
Am Abend war ich pünktlich zum Essen erschienen, nachdem niemand zu sehen war, setzte ich mich an die Bar nebenan und studierte den polnischen Playboy. Nach 20 Minuten war ich noch immer allein, auch waren weder Koch noch Steward zu sehen. Ich dachte, schau mal, was es zu essen gibt und las dann an der Tafel: Saturday Dinner BBQ. Ich ging zum Lift und wollte gerade einsteigen, da kam mir der Kapitän entgegen und verwies mich auf Deck E.
Da waren schon alle eifrig am Grillen. So kam ich dann doch noch zu meinem Abendessen.
Es wurde ein richtiges kleines Fest mit lauter fröhlichen Seeleuten. Welch ein Unterschied zur „Rio de Janeiro.“
Die Zeitumstellungen auf diesem Schiff erfolgten immer tagsüber. Meine Frage: warum wurde mit den Wachzeiten begründet. Die Nachtschlafzeiten und deren bleibender Rhythmus sind enorm wichtig; eine sinnvolle Entscheidung des 45 jährigen, polnischen Kapitäns.
Er ist ein erstaunlicher Mann. Um sein auch in Deutschland gültiges Kapitänspatent zu erhalten, musste er deutsch lernen. In 2 ½ Monaten! Phantastisch.
Am Vormittag gab es ein Funk Gespräch mit einem neuseeländischen Segler, der mit einer 49 Fuß langen Bruce Farr Yacht von Kapstadt nach Barbados unterwegs war. Die Viermanncrew war nun schon vier Jahre unterwegs und wollte einen Wetterreport haben. Bei dieser Gelegenheit sah ich auf dem Bildschirm, dass wir die nächsten Tage vermutlich ruhiges Wetter haben dürften.
Die Besichtigung der Maschinen Anlage war zwar auf neun Uhr festgelegt worden, doch Probleme mit dem Generator verhinderte dies. Ich war zwar unten und machte einige Fotos, doch längere Zeit ohne Gehörschutz war nicht ratsam, auch weil ich eigentlich in diesem mit „Restricted Aerea“ bezeichneten Gebiet allein nichts zu suchen hatte.
Mit dem 2. Offizier hatte ich dann gleich eine Besichtigung der Krankenstation vereinbart, die Gegebenheiten waren ähnlich, wie bei der „Rio de Janeiro.“
Weiter ging die Reise nach Norden Richtung Äquator. Regengüsse wechselten mit Sonnenschein, eine windarme Gegend. Als wir am Karfreitag die kapverdischen Inseln passiert hatten, kam wieder Wind auf, auch der Seegang legte zu. Tags zuvor hatte es wieder eine Übung gegeben, das Verlassen des Schiffes und der Einstieg in Das Rettungsboot wurde simuliert. Anschliessend wurde im Heck des riesigen Schiffes praxisnah gezeigt, wie bei Ausfall der Steuerung die Rudermaschine direkt bedient wird. Eine eindrucksvolle Demonstration.
Am Karfreitag war für mich Waschtag, in der Laundry standen Wasch - und Bügelmaschinen bereit, bis Hamburg waren es noch 10 Tage, ich hatte nun wieder frische Sachen.
Am Abend gab es eine Party. Der 2. Offizier hatte Geburtstag, andere feierten ihren Ausstieg, sprich dreimonatigen Urlaub in Hamburg. Es gab reichlich Bier und zwei Flaschen Wodka. Um halb zehn war für mich Bettzeit, leicht schwankend verließ ich die fröhliche Runde. Ich hatte zahlreiche Fotos gemacht, packte diese auf einen Memory Stick und spielte sie in den Computer für die Crew im Aufenthaltsraum auf Deck D.
Nachdem ich am 10. April meinen fünfundsiebzigsten feierte, hatte ich vor, ebenfalls eine Party steigen zu lassen, der Kapitän legte für dieses Datum begreiflicherweise sein Veto ein, da wir zu diesem Zeitpunkt bereits im Englischen Kanal waren. So stiftete ich am 10. April zum Lunch für jeden an Bord eine Flasche Bier.
Der Golf von Biskaya zeigte erwartungsgemäss seine Zähne, Starkwind und Schwell sorgten für unangenehme Schiffsbewegungen, eine nahezu volle Bierflasche auf meinem Tisch schlug einen Purzelbaum und war im Nu ausgelaufen. Mein berechneter Biervorrat bis Hamburg hatte sich dadurch um errechnete 12% verringert.
Am Morgen erreichten wir den englischen Kanal, der Seegang hatte stark abgenommen, auch der Wind blies nur noch mit zwanzig Knoten. Dafür war reichlich Schiffsverkehr zu verzeichnen. Die Ankunftszeit für Rotterdam war für 19:00 Uhr festgelegt. Vier Stunden später hiess es dann schon 02:00 Uhr. Am anderen Tag wurde als Begründung Probleme mit dem Lotsen genannt.
Am Nachmittag kam über Kanal 16 ein MAYDAY einer deutschen Segelyacht herein, der Funker nannte eine ausgefallene Ruderanlage; alles andere ein Grund für MAYDAY. Am Abend erfuhr ich auf der Brücke, dass der Lotse mit dem Hubschrauber kommen würde, das wollte ich mir nicht entgehen lassen, als Termin wurde 23:00 Uhr genannt. Um 22:45 Uhr war ich oben, erfuhr aber, dass sich der Termin um eine Stunde verschieben würde. Ich hatte die Kamera auf ISO 800 eingestellt, einige Testaufnahmen ergaben, dass dies für ein Nachtfoto ohne Blitzlicht nicht ausreichen würde. Weitere Tests zeigten, dass 1600 ISO gerade richtig sein würden. Um 12:45 Uhr war ich bereit. Ich sah schon von weitem, dass der Lotse doch per Boot kommen würde und es gelang mir eine tolle Nachtaufnahme von dem anfahrenden Schiff.
Rasch war ich wieder im Bett und realisierte um 03:00 Uhr, dass das Schiff noch immer Fahrt machte. Als um 07:20 Uhr der Wecker klingelte war draussen pottendichter Nebel, doch die Sonne war schon zu erkennen, ich war schliesslich in meiner Kabine mehr als dreissig Meter über dem Wasser.
Ich hätte gewettet, dass uns ein schöner, sonniger Tag bevorstand, doch schon am Vormittag regnete es wie aus Kübeln. Wenigstens hatte ich genügend Lesestoff, um die Zeit tot zu schlagen. Die deutschsprachigen Video DVD s gingen zwar dem Ende zu, doch bis Hamburg reichte es gerade.
Um 04:30 Uhr legte das Schiff ab und um 18:00 Uhr erreichten wir Tilbury in der Themsemündung. Ein Landgang entfiel wegen des schlechten Wetters.
Dasselbe galt für den folgenden Tag, ich hatte genügend Zeit, meine Bilder zu ordnen und eine Diashow zu erstellen.
Der Chief hatte Besuch, Frau und Sohn waren in Rotterdam an Bord gekommen, dem Sohn Knut, einem aufgeweckten Kerlchen von zehn Jahren, schenkte ich zum Geburtstag mein altes Steiner Marine Fernglas. Der Kleine freute sich wie ein Schneekönig. Ich sagte, dass ich mich mit Florian im „Duckdalben“, dem Seemannsheim in Hamburg treffen wollte.
„Warum wollen Sie Ihrem Sohn nicht das Schiff zeigen? Wann ergibt sich schon einmal diese Gelegenheit, ein derart riesiges Schiff sehen zu können?
Ich ging zum Kapitän und fragte ihn, ob es möglich sei, so spät noch einen Visitor Ausweis zu beantragen. Der Mann sagte mir, die Anmeldefrist sei bereits überschritten, er wolle jedoch versuchen, eine Nachmeldung zu erreichen.
Vermutlich durch eine Verwechslung zwischen Lokaler Zeit und Bordzeit kamen sowohl der Lotse, als auch die beiden Schlepper statt um 19:00 Uhr eine Stunde später; und zu allem Überfluss hatte ein kleines Containerschiff sein Wendemanöver noch nicht beendet, so hatten wir eine weitere halbe Stunde eingebüsst.
Nach dem Frühstück ging ich zusammen mit dem mitreisenden Passagier um 09:00 Uhr von Bord. Erst ging es mit dem Shuttlebus zum Gate, dann mit einem Taxi zum Hauptbahnhof in Hamburg. Die Zeit reichte gerade für ein bayrisches Bier und eine Brezel, sowie für eine Computerzeitung, dann sass ich schon im ICE Richtung Süden.
In Stuttgart ging ich erst einmal zum Friseur. Ich hatte dies dringend notwendig, so musste ich mich trotz eineinhalb Stunden Aufenthalt, etwas beeilen.
Am Bahnsteig zeigte die Wagenanzeige für die erste Klasse: Direkt hinter der Lok, doch da war kein Waggon der ersten Klasse. Um die Abfahrt nicht zu verpassen, stieg ich sofort ein. Später behauptete die Fahrkarten Kontrolleurin, die Wagenanzeige in Stuttgart zeige richtig an, ich hätte falsch abgelesen.
Doch war sollte ich groß streiten, die Hauptsache war, ich saß im richtigen Zug und würde bald zuhause sein. Um 19:30 Uhr war ich dann endlich wieder in meinen vier vertrauten Wänden, eine interessante und ereignisreiche Reise war zuende.

Bericht zu Atlantik 2010 online

7. März 2011 um 21:06

Der Reisebericht zum Atlantik-Törn ist nun online … hier

Buchvorstellung von “Geldtransfer”

17. November 2008 um 21:21

Am 15. November 2008 stellte Hans-Wolfgang Renz sein neues Buch “Geldtransfer” in Stiefels Buchladen in Tuttlingen vor:

Buchtaufe: “Geldtransfer - oder wie klaut man 10 Millionen Euro”
Hans-Wolfgang Renz (Tuttlingen-Nendingen)
Es ist uns ein besonderes Anliegen auch neuen,unbekannten Autoren eine Plattform zu bieten.
Voila: Heute der Ur-Tuttlinger Hans-Wolfgang Renz, der exklusiv seinen ersten Roman vorlegt

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“Geldtransfer” ist jetzt lieferbar!

2. September 2008 um 21:48

cover_geldtransfer_klein.jpgNun ist es soweit: Der neue Roman von Hans-Wolfgang Renz ist beim Verlag “edition fischer” erscheinen.
“Geldtransfer” beschreibt die Überführung von zehn Millionen Euro in die Schweiz. Der Autor schildert, wie er den ihm angebotenen Transfer annimmt und schließlich mit dem Geld über Hamburg, Jamaika Grand Cayman und die Schweiz nach Österreich flüchtet.

Sichern Sie sich ein Exemplar der ersten Auflage dieses mitreißenden, fiktiven, aber äußerst realistischen Romans. Bestellen Sie jetzt beim Autor oder bei Amazon Ihr Exklusivexemplar! “Geldtransfer” wird unter der ISBN 978-3-89950-392-0 für € 14,80 (D) bzw. für SFr 27,50 (CH) erhältlich sein.

Leseprobe zum neuen Buch “Geldtransfer”

29. Januar 2008 um 23:50

Nun ist es fertig. Das neue Buch von Hans-Wolfgang Renz wird im Laufe des Jahres erscheinen. Zum Inhalt des bewusst in der “Ich-Form” gehaltenen Werkes:
Am Bodensee wird Hans – Wolfgang Renz ein illegaler Transfer von zehn Millionen Euro in die Schweiz angeboten. Professionell wird das Projekt angegangen und durchgeführt. Sein Partner wird in Arbon erschossen aufgefunden. Wolfgang will nicht ein zweites Mal mitmachen, doch als er bedrängt wird, beschließt er, es nochmals zu tun und sich die Beute unter den Nagel zu reißen. Er tötet seinen Partner und verschwindet mit dem Geld. Seine Flucht führt ihn über Hamburg, Jamaika Grand Cayman, die Schweiz nach Österreich. Er legt verschiedene falsche Spuren, die ihn über Rumänien nach Wien führen. Er verschafft sich eine neue Identität, um sich schließlich in Südtirol nieder zu lassen. Über ein erneutes Gerücht gelingt es ihm, völlig von der Bildfläche zu verschwinden.
Exklusiv auf dieser Website gibt es eine ausführliche Leseprobe! -> hier klicken um zur Leseprobe zu gelangen

Neuerscheinungen im November!

20. November 2007 um 21:58

display_thumbnail.jpgvictoria.jpg Zwei neue Bücher wurden in diesen Tagen aufgelegt und können bereits bestellt werden. Der Versand beginnt in Kürze.
Es handelt sich zum Einen um das erste Buch aus der Reihe “Segeln” und ist unter dem Titel “Allein auf fremden Schiffen” erschienen. Dieses Büchlein wurde ur­sprünglich als Leitfaden für Segel­schüler, Ausbilder und Prüfer konzi­piert, wurde aber später umgeschrie­ben.
Zum Anderen ist es der zweite Roman von Hans-Wolfgang Renz, “Viktoria”. Zur Story: Ein Durchschnittsbürger verliebt sich in ein Callgirl und erlebt dabei Höhen und Tiefen. Er wird völlig ais seiner kleinbürgerlichen Bahn geworfen, schließlich endet alles in einer totalen Katastrophe.
Informationen zu diesen beiden und den bislang erschienen Büchern finden Sie über das Menü im Bereich “Bücher” und im “Online-Shop“.

Willkommen auf meiner neuen Internetseite

1. November 2007 um 21:00

ink_jpg.jpgLiebe Besucher dieser Internet-Seite!

Herzlich willkommen auf meinem neuen Internetauftritt. Er ersetzt ab sofort die drei alten Seiten
“Hochseesegeln”, “Klettererinnerungen” und “Wildwassererinnerungen”.
Ein Großteil dieser Berichte findet sich nun in meiner Autobiographie “Spuren des Lebens”, die auf dieser Web Site ab sofort im Online-Shop käuflich zu erwerben ist. Unter dem Menüpunkt “Bücher” finden Sie Informationen zu meinen weiteren Veröffentlichungen, die unlängst erschienen sind. In den kommenden Monaten werden sowohl Sachbücher als auch weitere Romane erscheinen.

Wie schon auf den alten Seiten, sind auch hier wieder Texte frei verfügbar. Unter “Berichte” finden Sie eine entsprechende Übersicht.

Unter “Impressum” können Sie mich direkt kontaktieren. Einen Gruß können Sie mir direkt unter diesem Beitrag hier hinterlassen. Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß bei der Lektüre meiner Internet-Seite.

Ihr Hans-Wolfgang Renz


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